Verein erhält ZuschlagDer Verein für die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e. V. wird künftig das ehemalige Alt Rehser Gutshaus besitzen. Dafür haben sich die Gemeindevertreter im nicht öffentlichen Teil ihrer Sitzung am Donnerstag entschieden. Wie der Bürgermeister, Martin Aug (parteilos), in einer vom Amt Penzliner Land herausgegebenen Pressemitteilung verlauten ließ, habe es doch noch ein eigenes Angebot des Vereins gegeben.
Quelle NK 10.11.07
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Hohe Wellen am TollenseseeHohe Wellen wegen eines Gutshauses, das in seinem momentanen Zustand an Hässlichkeit kaum zu übertreffen ist? Das Haus – zu DDR-Zeiten immer wieder um- und ausgebaut, überputzt und restlos verschandelt – wäre gewiss kein Grund, die Gemüter zu erhitzen. Das könnte der Fremde vermuten, der sich hierher ans Ufer des Tollensesees verirrt. Überdies zählt Mecklenburg-Vorpommern mehr als 1500 einstige Herrensitze zu seiner historischen Bausubstanz.Indes, der Streit ist entbrannt, die Gemeindevertreter müssen entscheiden, an wen sie die Immobilie veräußern – an den Bundesverband der jüdischen Ärzte in Deutschland oder an den Tollense Lebenspark e. V. Letzteres Projekt hatte vor zwei Jahren den Gutspark und die darin befindlichen Immobilien mittels eines Kredites der „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken – GLS“ für zwei Millionen Euro aus dem Bundesvermögen erworben und betreibt seitdem den Aufbau eines alternativen Gesundheitszentrums in Verbindung mit sanftem Tourismus. Der Mann hinter der Idee ist Bernhard Wallner, ein Wirtschaftsjurist aus Bayern, dessen ähnlich gelagertes Projekt am Fuße der Alpen gescheitert war.
Quelle: Nordkurier vom 06.11.2007
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Mitgliederversammlung in Alt Rehse"Die Veränderungen in Alt Rehse, die sich seit dem letzten Jahr abzeichnen, machen es für uns notwendig, mit veränderten Konzepten und konkreten Vorhaben für die Zukunft zu planen", erklärte Götz-Peter Lohmann, Vorsitzender des Vereins Erinnerungs, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. auf der Mitgliederversammlung am 26.03.07. So besteht jetzt eine Kooperations-vereinbarung zwischen der Hochschule Neubrandenburg und dem Verein. Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Micha Teuscher, sowie Götz-Peter Lohmann und Dr. Rainer Stommer vom Vorstand unterzeichneten diese am 22. Februar 2007 in Neubrandenburg. Beide Partner wollen Wissenschaft, Forschung und Bildungsarbeit zu Fragen ethischen Handelns in den verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens unter besonderer Berücksichtigung der Gedenkstättenarbeit Alt Rehse fördern. Sie planen im September 2008 einen bundesweiten Kongress zum Thema "Ethik im Gesundheitswesen" an der Hochschule und wollen kurz- und mittelfristig gemeinsame Forschungsvorhaben realisieren. Zwischen der Hochschule und dem Verein sollen wissenschaftliche Ergebnisse ausgetauscht und verbreitet werden. In Förderprojekten von Land, Bund und EU sowie nationaler und internationaler Partner werden beide Partner mitarbeiten. Außerdem ist vereinbart worden, ein Aninstitut an der Hochschule Neubrandenburg zur interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Ethik im Gesundheitswesen zu gründen.
Die Frühjahrstagung des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie" und Zwangssterilisation befasst sich vom 11. bis 13. Mai 2007 in Neubrandenburg mit dem Thema "Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt Rehse und die NS-Gesundheitspolitik". Auf dem Programm stehen unter anderem: Ein Vortrag über die nationalsozialistische "Euthanasie" und Zwangssterilisation (Referentin: Margret Hamm, Geschäftsführerin des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V., BEZ), Diskussionsrunde "Erinnerungsort Alt Rehse: Konzepte - Perspektiven", ein Vortrag der Psychiaterin Catalina Lange zu den NS-Geschehnissen auf dem Schweriner Sachsenberg sowie eine Zeitzeugenbefragung. Am zweiten Tagungstag ist eine Besichtigung in Alt Rehse vorgesehen.
Zudem bemüht sich der Verein EBB zusammen mit einem Ärzteverband um den Erwerb des Gutshauses in der Dorfstraße 1. Seit 2002 zeigt hier der Verein die Dauerausstellung "Alt Rehse und der gebrochene Eid des Hippokrates". Das Haus befindet sich außerhalb des Geländes der ehemaligen NS-Ärzteschule. Die Gemeinde hat das bisherige Domizil des Vereins EBB zum Verkauf ausgeschrieben.
Quelle Lichtblick
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Lichtblick
Der "Gedenkpark" in Alt Rehse wurde verkauftEin Gesundheitszentrum ein "Tollense-Lebenspark" soll auf dem Gelände entstehen.
Wie es mit dem Verein für die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. weiter gehen wird steht dagegen bis heute in den Sternen.
Auf Einladung des Vereins haben sich am 13.12.06, Mitglieder, Unterstützer und Wissenschaftler aus Lehre und Forschung an der Hochschule Neubrandenburg beraten. Die Lage ist wirklich ernst, denn bis heute ist nicht klar, ob der Verein seine Arbeit im nächsten Jahr in Alt Rehse fortsetzen kann.
Ohne Arbeitsmöglichkeiten im Ort wird es der Verein sehr schwer haben, sich gegen die Vergesslichen aufzustellen. Das Gutshaus, welches außerhalb des Parks an der Dorfstrasse liegt, das Domizil des Vereins, soll im nächsten Jahr nun ebenfalls verkauft werden. Wer den Zuschlag erhalten wird ist in der Gemeinde umstritten und völlig offen. Der Verein hat jedenfalls ( noch ) kein Geld, seine Bildungs- und Begegnungsstätte zu kaufen.
Ende 2005 wechselte das Gelände der ehemaligen Reichsärzteschule den Besitzer. Im Frühjahr dieses Jahres stellten sich die neuen InhaberInnen vom Tollense-Lebenspark e.V. der Dorfbevölkerung vor.
Bernhard Wallner präsentierte sich als der Ansprechpartner und Initiator. "Wir sind eine Gruppe Gleichgesinnter, deren Dreh- und Angelpunkt die Gesundheit des Körpers, des Geistes und der Gesellschaft ist. An diesem Platz wird ein Gesundheitszentrum entstehen für Menschen, denen es gut geht und die möchten, dass es ihnen noch besser geht". Wallner und seine MitstreiterInnen, die inzwischen auf dem Gelände des Parks leben, sind fast alle Mitglieder der Solidargemeinschaft ARTABANA. Wallner ist Vorstandsmitglied - daher kennt man sich.
P. Braun, 13.12.06
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weitere Informationen hier in colporter
8. Mai 2005 in der ehemaligen Reichsärzteführerschule Alt RehseFreunde des Behindertenverbandes Neubrandenburg e.V. gedachten der Opfer von Euthanasie und Rassenwahn in Alt Rehse. Hier, auf dem Gelände der ehemaligen Reichsärzteschule, wurden die Ärzte, Schwestern, Hebammen und Apotheker in Rassenhygiene unterwiesen.
Letztlich wurden die rassenhygenischen Zielstellungen des NS- Regime vom medizinischen Personal umgesetzt. Was dazu führte, dass hunderttausende Menschen hinterlistig und auf grausame Weise getötet wurden. Wenn es für uns überhaupt eine Erlösung geben kann, dann nur, wenn wir die Erinnerung an diese Verbrechen nie in Vergessenheit geraten lassen.
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Pflegepersonal und Euthanasieaktionen in der NS- Zeit
Ärzteführerschule Alt RehseIn Mecklenburg und Vorpommern befinden sich drei große Erinnerungsorte aus der NS-Zeit, deren historische Bedeutung weit über den regionalen Rahmen hinausreicht. Die „Ärzteführerschule“ in Alt Rehse bei Neubrandenburg ist einer dieser Orte. Alt Rehse ist wie die anderen großen Erinnerungsorte in Mecklenburg -Vorpommern zu allererst „Täterort“.
Mit der Ärzteführerschule Alt Rehse, mit den „Heilanstalten Hohenlychen“ und mit dem Konzentrationslager Ravensbrück wurde ein Vernichtungsdreieck installiert in dem tausende Menschen umgebracht worden sind.
Um nationalsozialistisches Gedankengut breiten ärztlichen Kreisen nahe zubringen, initiierte der Nationalsozialistische Deutsche Ärztebund (NSDÄB) das Projekt „Führerschule der deutschen Ärzteschaft“ in Alt Rehse. Hier wurden ärztliche Führer herangebildet, die vorher ihre weltanschauliche Schulung in der NSDAP erhalten haben. Die Vermittlung der Idee zur „Rassenhygiene“ war ein zentrales Thema dieser Einrichtung und Grundbestandteil zur Euthanasie und Zwangssterilisierung im Nationalsozialismus.
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Die Ärzteführerschule - Aufsatz von J. Zapnik