Aktuelles aus der Verbandsarbeit

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Bild: ABiMV-HR. Frau Lips, Frau Krause und Frau Voigt verfolgen die Ausführungen von Frau Rossek.
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Verloren im Netz! - Seminar des ABiMV
Am 27. Oktober führte der Landesverband in Sembzin ein Seminar  „Verloren im Netz – Oder welche Möglichkeiten bieten die Neuen Medien!“ durch.
IT-Expertin Kerstin Rossek aus Hamburg zeigte die Chancen auf, die das Internet für Menschen bieten kann. Ein barrierefreies Internetangebot  sollte bereits bis 2005 von den Bundesbehörden realisiert werden. Trotzdem gibt es noch viele Barrieren im Internet, so dass der Zugang insbesondere für Sehbehinderte, Blinde, Hörgeschädigte und für Senioren schwierig ist. In der Diskussion wurde deutlich, dass es beim Zugang und der Nutzung des Internets unterschiedliche Erfahrungen gibt. Nach Schätzungen des Vorsitzenden sind überhaupt nur etwa 10 % unserer Mitglieder mit dem Internet vertraut. Von der rasanten technischen Entwicklung im IT-Bereich werden die älteren Mitglieder „abgehängt“. Hier sollte das Seminar auch ein Zeichen gegen die soziale Ausgrenzung und Diskriminierung im IT-Bereich setzen. Obwohl in Medien und Politik viel über den Demografischen Wandel im Land fabuliert wird, sind konkrete Maßnahmen, um z.B. auch den „Digitalen Graben“ zu überwinden nicht in Sicht. Andererseits wird der Druck unserer „VerbandsNachrichten“  finanziell von der öffentlichen Hand nicht mehr unterstützt!
Für die Internetseite http://www.abimv.de gab uns Frau Rossek einige Hinweise und erklärte sich bereit, das große Engagement des Vereins in der Facebook-Gemeinde bekannt zu machen.
Bericht: P. Braun, 28.10.2012  

Verbandsrat in Sembzin am 3. Nov.
Hiermit lade ich Sie herzlichst zur Verbandsratssitzung am 3. Nov. in Sembzin ein und hoffe, dass Sie Ihre Teilnahme ermöglichen können. Stimmberechtigt im Verbandsrat sind die Landesvorstandsmitglieder und die Vorsitzenden der Kreis- und Ortsverbände bzw. deren beauftragte Vertreter/innen.Weitere aktive Mitglieder aus den Verbänden sind natürlich ebenfalls willkommen.

Ort: Sembzin bei Waren
Raum: Im „Sembziner Hof“
Datum: 03.11.2012
Zeit: 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr

Unser Schwerpunktthema ab 13.00 Uhr:
Nach der Landkreisordnung – Lokale Mitwirkung stärken!
Noch immer gibt es keinen Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Mecklenburg-Vorpommern.

Am Nachmittag wollen mit den Bürgermeistern aus Röbel/Müritz, Waren/Müritz, Malchow und Neustrelitz beraten, welche Möglichkeiten es gibt der UN- Behindertenrechtskonvention auf der lokalen Ebene schrittweise zum Durchbruch verhelfen zu können und herausstellen, welche lokalen Potenziale mobilisiert werden müssen. Hierzu wollen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen und bereits gemachte Erfahrungen austauschen.
ÜBER – Chancen lokaler Aktionspläne  - zur Umsetzung der UN-BRK!

P. Braun, 26.10.2012

Wertmarke für ÖPNV erhöht sich ab 01.01.2013
Eigenbeteiligung Schwerbehinderter im ÖPNV erhöht: Bei Enthaltung der SPD und gegen das Votum der Linken hat der Bundestag am 25. Oktober den Gesetzentwurf der Bundesrates zur Änderung des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (17/10146) in der vom Ausschuss für Arbeit und Soziales geänderten Fassung (17/11184) angenommen. Damit erhöht sich die Eigenbeteiligung von freifahrtberechtigten schwerbehinderten Personen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von bisher fünf Euro auf sechs Euro monatlich. Der Beitrag wird künftig dynamisiert. Die Länder erstatten den Verkehrsbetrieben die Fahrgeldausfälle für die kostenlose Beförderung schwerbehinderter Menschen, die aufgrund eines Schädigungsgrades von mindestens 50 Anspruch auf Versorgung haben oder Entschädigung erhalten, sowie von deren Begleitperson und deren mitgeführter Gegenstände. Bislang hat der Bund die Erstattung der Beförderungskosten übernommen. Entsprechend verringern die Länder ihre Abführungen aus dem Verkauf der Wertmarken für die Freifahrtberechtigung an den Bund. Keine Mehrheit fand ein Änderungsantrag der Linksfraktion (17/11226), auf die Erhöhung des Preises für die Wertmarke um 20 Prozent und die Dynamisierung der Eigenbeteiligung zu verzichten.
Damit erhöhen Bund und Länder ihre Einnahmen von ca. 45 Millionen auf 55 Millionen Euro durch den Wertmarkenverkauf - eine verdeckte Gegenfinanzierung der eigentlich kostenlos neu auszugebenden Schwerbehindertenausweise, meint der behindertenpolitische Sprecher der LINKEN, Ilja Seifert. Auch zahlreiche Behindertenverbände hatten gegen die geplante Gebührenerhöhung protestiert.
Eigentlich sollte der Gesetzentwurf still und leise "durchgewinkt" werden. Auf Verlangen der LINKEN gibt es nun wenigstens zu Protokoll gegebene Reden.
Ilja Seifert weist in seiner Rede darauf hin, daß es die  vielen kleineren Beiträge sind, die Menschen mit Behinderungen zunehmend belasten. Dazu gehört auch die Rundfunkgebühr, welche für über 580.000 Schwerbehinderte ab 1. Januar erstmalig zu zahlen ist "
admin.PB., 26.10.2012

• Datei: Wer_hat_Anspruch_auf_unentgeltliche_Befoerderung.pdf

Bild:H.R.-Frau Rossek vor den olympischen Wettkampfanlagen - in der Fechtarena
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Paralympics London 2012 - Bericht von Hanni Rossek
Die Paralympics London 2012 sind schon wieder Geschichte, aber viel Eindrücke bleiben. Unsere Reisevorbereitungen begannen bereits 2011 mit der Bestellung der Karten für die Finalwettkämpfe der Leichtathleten im Olympia-Stadion und der Reservierung der Quartiere. So gut vorbereitet gings per Flieger ab Hamburg ohne Probleme in die Stadt der Paralympics. Auffällig waren die vielen freundlichen Helfer, die uns in jeder Situation unterstützten. Insgesamt waren 14.000 Helfer im Einsatz.
Während die Metro im alten London nicht wirklich rolligerecht ist, kamen wir problemlos und bequem mit den roten Doppenstockbussen zu den modernen Zügen in Richtung Olympia-Park und zu den anderen Wettkampfstätten.
Die Begegnungen und Gesprächen  mit vielen uns persönlich bekannten Rollstuhlsportlern waren toll. Im riesigen Einkaufszentrum nahe des Olympia-Parkes z.B. kam mir Marianne Buggenhagen entgegen. 3 Tage zuvor schickte ich ihr per Mail die Glückwünsche zum Gewinn der Silbermedaille im Kugelstoßen, denn wir kennen sie seit über 20 Jahren von vielen gemeinsamen auch internationalen Wettkämpfen. Und jetzt begegneten wir uns zufällig unter vielen hunderten Leuten.
In der Fechtarena traf ich mich, neben den Kampfrichtern, auch mit dem Vorsitzenden des Weltverbandes für Rollstuhlfechten Alberto Martinez Vassallo.
Wir kennen uns von den Weltcups für Rollstuhlfechter, die wir seit 2008 in Malchow organisieren. Er zeigte sich erfreut über die hervorragenden Wettkampfbedingungen in London und versprach mir, 2014 wieder zu uns zum Weltcup nach Malchow zu kommen, wenn wir uns für die Ausrichtung dieses hochkarätigen internationalen Wettkampfes entscheiden sollten.
Erstaunlich war für mich, dass Sportler vieler Länder mit hervorragenden Leistungen in die Medaillenränge kamen, während es in den Technik dominierten Disziplinen vorallem die großen Industrienationen waren, die über das technische Know how verfügen.
Nach der beeindruckenden Abschlußveranstaltung freuen wir uns jetzt auf die Sommerspiele in Rio de Janeiro, aber vorher warten noch 2014 die Winterspiele in Sochi, für die wir auch schon eine Einladung erhielten.

Sehr schade ist,dass die Professionalität im deutschen Behindertensport noch immer nicht Einzug gehalten hat. Da sind uns Länder wie z.B. China und Russland weit voraus. Dort ist die Förderung der Sportler und Anerkennung der Leistungen dem Nichtbehindertensport gleichgestellt und die berufliche Perspektive gesichert.
Es bleibt also noch viel zutun, auch für uns als Behindertenverband, um auf wirklich allen Gebieten eine Gleichstellung zu erreichen, so wie es die UN-Behinderenrechts-konvention von den unterzeichnenden Nationen fordert.
Bericht: Hanni Rossek, Waren-Müritz, 20.09.2012

Bild: ABIMV Blumenborn grüßt Afrika - einstudiert von der Jugendgruppe des NBBV e.V.
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3. Integratives Kulturfestival
Vom 13. bis 14.07.2012 fand im und am Schauspielhaus Neubrandenburg das numehr schon 3. Integrative Kulturfestival statt. Schirmherr der Veranstaltung war Volker Keßling.
Mit viel Kreativität und Einsatz traten Künstler mit und ohne Behinderung auf.
Einmal auf der Schauspielbühne, den Brettern, die die Welt bedeuten zu stehen, war für viele Ansporn sich auf das Festival vorzubereiten.
Bild und Text: P. Braun, 22.07.2012

Bild:Reg. VB Müritz e.V.-HR.
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Mit Bahn und Bus in der Müritzregion unterwegs
Am 11.07.2012 starteten 9 Mitglieder unseres Regionalverbandes Müritz e.V. unsere gut vorbereitete Tagesfahrt nach Plau am See.
Mit der ODEG ging es per Schiene ab Waren nach Alt Schwerin. Dank Einstiegshilfe und freundlichem Personal hatten wir einen guten Start.
Mit uns reisten Teilnehmer/innen der Initiative "pro Bahn", die zur Demonstration zum Erhalt der Bahnstrecke Neustrelitz-Hagenow  zu Ministerpräsident Herrn Sellering nach Schwerin fuhren. Wir beteiligten uns natürlich an der Unterschriftensammlung und wünschten viel Erfolg, denn von Streckenstilllegungen bei der Bahn sind wir Menschen mit Behinderungen am stärksten betroffen, denn häufig ist die Bahn das einzigste Verkehrsmittel wo wir überhaupt mitfahren können.
In Alt Schwerin angekommen, hatten wir noch Zeit für eine kleine Stärkung. Der Busfahrer legte die Schienen an und schon gings ohne Probleme in den roten Doppelstockbus. Die Busfahrt ging über Malchow, am Bärenwald vorbei nach Plau am See. Während der gesamten Fahrt erhielten wir viele touristische Informationen,die neugierig machten auf weitere Ziele.
Die Kombination von Bahn und Bus war für unsere mobilitätseingeschränkten Mitglieder optimal und die gewährten Ermäßigungen sind ein zusätzlicher Anreiz öfter mal mit dem ÖPNV zu fahren.
Eine empfehlenswerte Reise, die zeigt, dass sich unser beharrlicher Einsatz für einen barrierefreien ÖPNV und Tourismus in der Müritzregion gelohnt hat.
Bild und Text Hanni Rossek, 12.07.2012

Bild:ABiD-HR-Beim Stadtrundgang in Odessa mit  Vertreter/in aus Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan, Ukraine und Deutschland (li im Bild Hanni Rossek und Bildmitte Sonja Kemnitz)
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ABiD-Delegation auf IVB-Tagung in Odessa
Vom 20. - 22. Juni nahm auf Einladung der IVB (Internationale Vereinigung der Behindertenorganisationen - das ist der Zusammenschluß der Behinderteninitiativen der postsowjetischen Staaten Ukraine, Belorussland, Kasachstan, Moldawien, Usbekistan, Turkmenistan, Weißrussland und Deutschland    - Ilja Seifert, Vorsitzendes des ABiD und die Geschäftsführerin, Sonja Kemnitz sowie Heike Prescha, Berliner BV und Hanni Rossek, Regionalverband Müritz, an der diesjährigen Generalversammlung in Odessa teil. Auch hier stand die UN-Behindertenrechtskonvention im Focus!
Die Konferenz war sehr interessant und das Medieninteresse groß. Abends kam schon ein aktueller Bericht im Fernsehen. Vom ABiD ist die Zusammenarbeit mit der Region Poltawa angedacht. Sergej Chumak wird unsere Kontaktperson sein. Wir tauschten uns über viele Themen aus und fanden auch viele Dinge, bei denen wir zusammenarbeiten könnten.
Ilja lud die Teilnehmer nach Düsseldorf zu einem Treffen während der Reha-Messe ein. Sergej würde auch gern dorthin kommen und wir könnten unsere Gespräche vertiefen.
Die CD über unser Verbandsleben in Waren und die Flyer wurden sehr gern angenommen. Nun gilt es Möglichkeiten der praktischen Umsetzung/Machbarkeit auch in finanzieller Hinsicht zu hinterfragen und entsprechende Antragstellungen vorzubereiten.
Unsere Mitglieder und der Allgemeine Behindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern e.V. freuen sich auf eine weitere Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zwischen den Verbänden!
Bericht und Foto: Hanni Rossek, 23.06.2012

• Datei: Flyer2011a.pdf

Bild: Aktionstag der Verbände am 5. Mai in Rostock.
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Aktionstag am 5. Mai in der Hansestadt Rostock
Traditionell führten Vereine und Verbände am 5. Mai einen Aktionstag, diesmal in der Kröpeliner Strasse, durch. Mit Ständen, Aktionen, Informationen, Musik und Spiel in Mitten der Fußgängerzone wurde die Öffentlichkeit erreicht. Bei schönem sonnigem Wetter fanden sich viele Gäste und Besucher ein und konnten sich von der Vielfalt und der Kreativität der Angebote überzeugen. Fast schon ein inklusives Fest!
Text und Bild: P. Braun, am 5. Mai 2012

Bild: ABiMV Im Audimax der UNI- Rostock die Professoren Herr Dr. Wocken (li) und Herr Dr. Flaig im Streitgespräch  
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1. Inklusionskongress in MV an der UNI – Rostock
Ein am 4. Mai verkündete Schulfrieden – in MV zwischen den Demokratischen Parteien des Landtages, ist wohl eher ein Burgfrieden, welcher in den Schulen des Landes zwischen Schulbehörden, Lehrern, Eltern und Schüler/innen noch lange nicht in Sicht ist!
    
„Seit der UN-(Behindertenrechts-)Konvention geistert das Wort „Inklusion“ auch durch unser Bundesland. Was den einen willkommen ist als neuer Geist für die pädagogische Arbeit, erfüllt die anderen mit Sorge für die Professionalität des eigenen Handelns. Wir wollen mit Ihnen gemeinsam diskutieren, wie aus einem „Gespenst“ neuer Geist erwachsen kann “, so Minister Mathias Brodkorb in seiner Einladung zum 1. Inklusionskonkress des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.

Zwei Geister, Herr Prof. Dr. Hans Wocken und Herr Prof. Egon Flaig, waren eingeladen die Debatte zu befeuern. Dies ist Ihnen dann auch tatsächlich gelungen. Die „Gespenster“ heraufzubeschwören, war für den Kulturhistoriker Prof. Flaig, überhaupt kein Problem, denn die Jahrhunderte lange Stigmatisierung „Behinderter“ steckt noch in vielen Köpfen.
„Behinderte können nicht mündige Bürger sein, sie müssen ihr Schicksal tragen und sind am Besten in Sonderschulen, Heime, Anstalten aufgehoben, geistig Behinderte können nicht gleichberechtigt am Leben der Gesellschaft Teilhaben,  sie leiden unter der Inklusion, Hochkulturen müssen selektieren und Eliten bilden“ usw..
Das rief natürlich den kampferprobten Sonderpädagogen Prof. Wocken auf den Plan, da verstand er keinen Spaß: „Er sehe ein neues Menschenbild in der UN- Menschenrechtskonvention, in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, für die Gesellschaften gegründet. Besonders der Artikel 1:
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
Dies bestimme sein Denken und Handeln. Die Nichtanerkennung und Achtung der Menschenrechte für Menschen mit sogenannten Behinderungen ist ein Akt der Barbarei. Nicht Separation sondern Inklusion stehe auf der Tagesordnung, denn jeder Mensch ist einzigartig, gleichwertig und zugehörig! Bildung und gleichberechtigte Teilhabe werde für Kinder aus sozial benachteiligten Schichten und/oder Migrationshintergrund und/oder „Behinderungen“ in Deutschland nicht gesichert. Dies wurde im Munoz-Bericht, in PISA-Vergleichsstudien und in OECD-Bewertungen immer wieder festgestellt.
Gemessen an der Länge des Beifalls scheinen die „Gespenster“ der Vergangenheit noch in den Köpfen zu dominieren, der Weg in eine Inklusive Gesellschaft, in eine Inklusive Schule ist noch sehr lang und steinig.
Die Bildungsdebatte erhält gegenwärtig durch die UN-Behindertenrechtskonvention neue Impulse. Trotzdem sollte man die Lautstärke der Diskussion nicht mit deren Wirksamkeit verwechseln, denn im Reformstau der Deutschen Bildungslandschaft wird Inklusive Bildung überwiegend in Nischen und Pilotprojekten entwickelt, denn ein Systemwechsel  wird nach wie vor von der Kultusministerkonferenz (KMK) fast einhellig abgelehnt.  
Obwohl dieser Kongress  zufällig auf den 5. Mai, den Europäischen Aktionstag der Menschen mit Behinderungen, fiel, standen die Forderungen der Behindertenorganisationen „Für eine Inklusive Schule“ heute noch nicht im Focus, sollte für die Bewusstseinsbildung der über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber nicht ganz bedeutungslos sein.  
Bericht und Bilder: P. Braun, am 5. Mai 2012

Wir danken Herrn Prof. Wocken, dass wir an dieser Stelle seine Replik auf den veröffentlichen Beitrag von Prof. Flaig veröffentlichen dürfen:.

• Datei: Flaig-Replik.pdf

Bild: ABiMV/ED Bildungsdebatte im Rathausfoye der Hansestadt Rostock
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Disskussionsforum - Bildung INKLUSIVE am 4. Mai in Rostock
Zu einem öffentlichen Diskussionsforum zum Thema Bildung INKLUSIVE anlässlich des Europäischen Aktionstages behinderter Menschen erhielt ich von der SELBSTHILFE MV e. V. eine Einladung nach Rostock. Dort kann ich gut mit dem Zug hinfahren, waren meine Gedanken und ich meldete mich sehr rechtzeitig bei der Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn unter der Telefonnummer 01805 512 512 für Bahnfahrten von Schwerin nach Rostock und zurück an. Nun bestand gerade Schienenersatzverkehr, daher wurde mir erklärt, dass per Mail eine Mitteilung erfolgen wird. Am 17.04.2012 traf die Bestätigung ein, dass für den 04.05.2012 ein Schienenersatzverkehr für mich organisiert wurde, 8.10 Uhr Abfahrt vom Hauptbahnhof Schwerin. Als mein Mann und ich 20 Minuten vor der Zeit beim Infostand am Hauptbahnhof eintrafen, wusste die Mitarbeiterin sofort Bescheid, war sehr höflich und wir warteten auf ein Großraumtaxi. 8.10 Uhr – ein Bus als Schienenersatzverkehr nach Rostock fuhr ab, vom Taxi war noch nichts zu sehen. Die Mitarbeiterin der Bahn telefonierte. Es stellte sich heraus, dass ein Taxi in Rostock auf uns wartete. Von der Firma Gollombeck in Schwerin setzte sich nun ein Taxi in Bewegung und würde in einer halben Stunde am Bahnhof sein. Von der Deutschen Bahn wurden uns Gutscheine für Kaffee oder etwas zu essen angeboten, als Entschädigung für die Wartezeiten. Wir hatten Frühstück vor nicht allzu langer Zeit gegessen und lehnten daher ab, dankten jedoch für das Angebot. Während der Wartezeit sah ich an einer Bushaltestelle einen Bus in Richtung Warnemünde. Mein Mann ging hin, fragte, ob der Bus im Linienverkehr fährt und ob eine Hebebühne vorhanden ist. „Die brauchen wir nicht“, bekam er vom Busfahrer zur Antwort.

Inzwischen erschien das Taxi, wir fuhren durch blühende Landschaften zum Bahnhof nach Rostock, von dort mit der Straßenbahn zum Neuen Markt und gelangten ins Foyer des Rathauses, wo Frau Irene Müller von der Selbsthilfe MV über die inklusive Bildung sprach. Es wurde auf  dem Forum angesprochen, dass die Bildung ein Thema ist, welches für das gesamte Leben gilt, bis ins hohe Alter, doch der Schwerpunkt lag an diesem Tag bei den Schulen. Vom Landeselternrat befand sich eine Vertreterin im skussionsforum. Ein Lehrer berichtete von den guten Ergebnissen der Inklusion in der Schule. Es stellte sich heraus, das schneller und intensiver gelernt wurde in den Klassen. Das betraf beide Richtungen, die Schüler, welche einen Förderbedarf haben und die Schüler mit einer schnellen  Auffassungsgabe. Das überzeugte auch die Eltern der Schüler. Seine Diskussion war sehr beeindruckend. Von 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr dauerte die Veranstaltung. Im Foyer hatten verschiedene Vereine und Verbände ihre Stände aufgebaut, stellten sich vor und gaben Informationsmaterial aus.

Nach dem Forum bummelten wir in der Innenstadt herum, gingen in die St.-Marien-Kirche, um uns die elf Meter hohe astronomische Uhr anzusehen, welche einmalig in Europa ist. Ein Herr stand in der Kirche schon bereit, er bot uns eine spezielle Führung an. Anschließend  fuhren wir zum Bahnhof in Rostock, auch dort war die Mitarbeiterin der Deutschen Bahn informiert, sie geleitete uns zum Taxi der Firma Becker-Strelitz, schon kurz vor der eigentlichen Abfahrt um 17.07 Uhr fuhren wir Richtung Schwerin. Obwohl ich noch keine Vielfahrerin bei der Bahn bin, war ich angenehm überrascht, dass ich mit Rollstuhl, trotz Schienenersatzverkehr wieder gut in Schwerin angekommen bin.
Bericht: Erika Dittner, 06.05.2012


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